Vom Dueck zum Glück – Experiment auf der x mess

Innenhof der Malzfabrik

Am dritten Tag der „x mess – Konferenz zur [nächsten] Gesellschaft“ hatte der Veranstalter, die Stiftung Management Zentrum X, am Samstag, den 19.11. zusätzliche Überraschungsgäste zum Experiment „Vom Dueck ins Glück“ eingeladen – darunter auch mich. Ich kam gerne, kannte ich doch Prof. Gunter Dueck als ehemaligen Kollegen aus IBM Zeiten und wusste, dass mich ein besonderer Vortrag erwartete. Außerdem wollte ich die Malzfabrik kennenlernen, wo im Herbst 2009 das Ideencamp von Palomar5 stattgefunden hatte. Damals hatte ich die Abschlusspräsentation verpasst, doch Jonathan Imme von Palomar5 war auch diesmal mit von der Partie: Als „Konferenzdesigner“ hatte er die Idee, an die Keynote eine Art Kompakt-Worldcafé anzuschließen, bei dem die Zuhörer in Fünfergruppen die Inhalte der Keynote reflektierten, um daraus Handlungsideen für sich selbst und die Gesellschaft abzuleiten. 

Was mir an Gunter Dueck gefällt: 1. Er bringt die Dinge auf den Punkt. 2. Er erklärt komplexe Sachverhalte so, dass sie jedes Kind versteht. 3. Er nimmt die Welt nicht zu ernst und bringt uns zum Lachen. So sind es vor allem die Geschichten und Bilder, die hängenbleiben:

  • „Wie vernichten Sie Ihr Kind am besten? Indem Sie ihm sagen: ‚Dein Bruder ist besser als du, DEN hab‘ ich lieb!‘ Im Management nennt man das ‚Review.'“
  • „Es gibt drei Stufen des Lernens: 1. ‚Follow‘ (Nachmachen), 2. ‚Break away‘ (Reagieren) und 3. ‚Fluent‘ (die Meisterstufe). Beim Tango zum Beispiel folgt man erst irgendwelchen Vorgaben, bei 2. darf man die Dame schon halten, bei 3. hört man auf zu zählen (den Takt).“
  • „Unternehmensberater wollen immer etwas ‚Konkretes‘. Zum Beispiel, indem Sie Ideen ‚konkret‘ in Excellisten schreiben. Das nennen sie dann ‚Ideenmanagement‘.“
  • „Wenn man alles industrialisiert, bleibt nur noch Ärger übrig. Ärger ist nicht industrialisierbar.“

Prof. Gunter Dueck: "Lernen auf Tütensuppenniveau"

Und die Tomaten: „Tütensuppenniveau“, so erfahren wir, entspricht der Stufe 1 bei der Zubereitung von Tomatensuppe. Der Meister braucht weder Anleitung noch Tütensuppe. Trotdem teile ich nicht Gunter Duecks Verachtung für Gebrauchsanweisungen: In unserer komplexen Welt kann und will man gar nicht in jeder Disziplin Meister werden und die meisten Menschen sind dankbar für jede praktische Anleitung: je einfacher, desto besser.

„Was ist Ihr erster Schritt nach Gunter Dueck?“ – diese Frage sollte die Teilnehmer ins Handeln bringen. Eine Stunde war für die Gespräche in den Fünfergruppen im Anschluss an die Keynote angesetzt. Teilnehmer fassten die Ergebnisse in kurzen Statements zusammen:

  • „Auf Talente achten, statt Fremdsteuerung: Jeder ist in irgendeiner Weise hochbegabt“ – diese Gruppe nahm sich vor, Talente von Menschen in ihrer Umgebung wahrzunehmen, wertzuschätzen und im kommenden Jahr auf der nächsten Konferenz vorzustellen.
  • Als erfolgreiches Lehrkonzept wurde – wieder einmal – die Evangelische Schule in Berlin-Mitte genannt und eine Schülerin zitiert mit den Worten: „Schule macht Spaß: Ich kann zeigen, was ich kann!“ – Schule, wie wir sie uns wünschen.
  • Andi aus meiner Gruppe schlug vor, nach dem Vorbild von „Yes, we KHAN“ (ein Beispiel aus Duecks Vortrag: Kompliziertes einfach erklären per Video) Inhalte aus dem Lehrplan von Schülern erklären zu lassen und dies als Videos in einem Portal zu sammeln. Ich selber bin mehr für offline-Formate – Kommunikation von Mensch zu Mensch – teile aber die Auffassung, dass man das lernt, was man sich selbst zu eigen macht, indem man es selber tut. Deshalb schaffe ich mit meinen Formaten eine Plattform, auf der Menschen voneinander lernen und Dinge selber ausprobieren können.

Gunter Dueck freute sich über die große Resonanz auf seinen Vortrag und signalisierte Bereitschaft zur Mitarbeit, wo er doch jetzt mehr Zeit hätte. Das wollen wir mal sehen… 🙂

Was ist zu tun? - Anregungen für die nächsten Schritte

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