Schöne Orte in Berlin – Ergebnisse der Agora vom Samstag im Radialsystem

  1. Was macht einen schönen Ort aus?
  2. Welche schönen und besonderen Orte gibt es in Berlin?
  3. Wie kann man schöne Orte den Menschen zugänglich machen und den Agora-Gedanken weiterführen?

Hierüber sprachen wir am vergangenen Samstag, den 3. September 2011, im Rahmen der Berlin Agora im Radialsystem V beim Vision Talk Spezial „Schöne Orte in Berlin“ – sowohl in großer Runde als auch in Einzelgruppen. Heraus kam ein tolles Spektrum an Assoziationen, Empfindungen und Ideen sowie eine Sammlung von Orten, die die Teilnehmer selber als schön empfinden.


(Videoaufnahme: Radialsystem)

1. Was macht einen schönen Ort aus?

Ein schöner Ort ist: wohlwollend, offen/öffnend, entfaltend, innovativ, gemütlich, authentisch, menschlich, mit wohlwollender Aufmerksamkeit gestaltet,               …                   …                       …            …               …                   …                       …                          …       dort gibt es: genug Raum/Platz, Aufmerksamkeit, Staunen, hütende, pflegende Hand, Seele, Beziehung, Liebe, Geist, Geborgenheit, Freundlichkeit, Wohlwollen, Wohlfühlen, Willkommensein, Ausstrahlung, Energie. Ästhetik, Natur, Wasser, Innovation, Freiraum, Licht, Rückzugsbereich, Ruhe, Einkehr, Begegnungen und Gespräche, schönes Wetter (wie am Samstag im Radialsystem!),       …                   …                       …            …               …                   …                       …        dort möchte man: wieder hingehen, bleiben, vertiefen, anregen, …

Was macht den Ort aus: die Schönheit der Menschen dort,                …                   …                       …                          …                   …                       …                   die Geschichte des Ortes,                …                   …                       …                              …                   …                       …            die Kombination verschiedener Aspekte (Wohnen, Arbeiten, Freizeit, Erholung, …), z.B. Gutshof mit Gästezimmern, Galerie, Hofladen, See und Natur, Freizeitmöglichkeiten, Seminarräume, Kunstgalerie, Kulturraum (Theaterscheune),                          …                   …                       …            …               …                   …      die Nähe zur Natur, z.B. am See / am Meer,                 …                          …                   …                       …                   eine andere/neue Nutzung bezogen auf seine Ursprungsfunktion, wie z.B. altes Fabrikgebäude, das für Kultur genutzt wird oder politische Gespräche in einem Theater. Orte, die sich im Wandel befinden,      …            …               …                   …

Wir haben festgestellt, dass jeder Ort ein schöner Ort sein kann, wenn die richtigen Menschen zusammenkommen. Was aus einer Begegnung entsteht ist auch eine Frage des Hosting, d.h. der Anleitung und Begleitung von Gruppenprozessen – eine Kunst für sich. In Berlin gibt es dazu sogar eine eigene Community. Hosting wiederum kann an jedem beliebigen Ort stattfinden.

2. Welche schönen Orte gibt es in Berlin?

Wir haben gesammelt und dabei ist folgende Liste herausgekommen – ohne den Anspruch auf Vollständigkeit:

Comeniusgarten Neukölln
Wasserturm am Friedhof Steglitz
Forum der ESBZ (Evangelische Schule Berlin Zentrum)
Admiralsbrücke
UFA Fabrik
Sportraum – Berlin
Gotischer Saal Kreuzberg
S-Bahn Hirschgraben Erpetal
Bunkerberg Humboldhain
Gorinsee
U-Bhf. Ruheleben, Murellensee-Fließ
Haus im Park Weißensee
Baumhaus an der Mauer
Haus der Kulturen der Welt
Teufelsberg
Radialsystem
Park Friedrichshain
Café betahaus
Rigpa Charlottenburg
Nachbarschaftsheim Hindenburgdamm u.a. Nachbarschaftshäuser
Schwartzsche Villa
Botanischer Garten
Montbijoupark

3. Wie kann man schöne Orte den Menschen zugänglich machen und den Agora-Gedanken weiterführen?

In und um Berlin und auch außerhalb gibt es bereits zahlreiche Initiativen und Gemeinschaftsprojekte, die sich mit diesem Thema beschäftigen. Genannt wurden:

  • das Zentrum für experimentelle Gesellschaftsgestaltung zegg,
  • Eurotopia – Leben in Gemeinschaft.
  • Mariposa bei Stuttgart.
  • Mietshäuser Syndikat –  „Das Mietshäuser Syndikat verfolgt das Ziel, Mietshäuser endgültig dem Immobilienmarkt zu entziehen. Mittlerweile verwaltet das Mietshäuser Syndikat deutschlandweit 51 Häuser und Hausprojekte mit etwa 1.200 BewohnerInnen, in Berlin und Potsdam gibt es derzeit fünf Projekte. Neben der Kontrollfunktion, dass die Häuser des Syndikats nicht wieder privatisiert werden, gehört die solidarische Unterstützung neuer Projekte zu einem wichtigen Arbeitsschwerpunkt des Verbunds.“ (Quelle: http://www.archplus.net/home/archiv/artikel/46,3605,1,0.html)
  • Cultural Creatives –  bezeichnet nach Wikipedia Menschen, die in ihrer jeweiligen Kultur holistische, kreative Werte vertreten. „Ihr Lebensstil ist von Gesundheits- und Umweltbewusstsein geprägt, (…) eine Bewegung, die im Begriff ist, eine neue Kultur als Ganzes zu schaffen.“

Eine Vernetzung von Orten und Menschen geht natürlich auch über das Internet: Wir diskutierten die Idee, eine Bewegung zu „Schöne Orte“ über Wikipedia und Twitter anzustoßen und eine App zu entwickeln, um Orte zu lokalisieren. Eine bereits existierende App Wikihood zeigt dem mobilen Internetsurfer interessante Orte und Personen in seiner Umgebung an. Genannt wurde auch das Orte- und Restaurant-Bewertungsportal Qype. Das Ziel einer solchen Bewegung blieb aber noch offen: Das Bekanntmachen schöner Orte? Der Austausch darüber? An welche Zielgruppe? Trotzdem existieren auch zu diesem Thema bereits viele Initiativen, und insofern kam der Gedanke auf, dass man sich zumindest mit den vorhandenen Initiativen vernetzen und austauschen sollte.

Was die Berlin Agora betrifft fanden wir, dass diese tolle Idee auf jeden Fall eine Fortsetzung finden sollte. Für öffentliche Gespräche wie im Rahmen der Berlin Agora, dem Überlebenskunst Festival, des Vision Talk und für politische Diskussionen allgemein eignen sich z.B. auch (private) Schulen und Gemeindezentren.

Schöne Orte in Berlin – wie geht es weiter?

Nach dem offiziellen Ende um 13 Uhr setzten wir die Gespräche unten auf der Spreeterrasse fort.

Ein kleiner Kerntrupp machte sich anschließend auf, per Fahrrad konkrete Orte in der Nähe des Radialsystems rund um die Köpenicker Straße zu erkunden. Auch hierbei gab es schöne Impressionen und Begegnungen.

Auf der Webseite der Berlin Agora hat das Radialsystem ebenfalls einen Bericht über unser Treffen veröffentlicht. Wir sind gespannt, ob die Idee der Berlin Agora auch nach der Wahl am 18. September 2011 fortgeführt wird. Alle Teilnehmer und Interessenten sind eingeladen, an diesem Thema dranzubleiben und an der Umsetzung der Ideen zu arbeiten, zum Beispiel im Rahmen zukünftiger Vision Talks.

Die nächsten Vision Talks finden am 15. September – ein Spezial zum Künstlerdorf Madeira (auch ein schöner Ort?!) – sowie regulär am dritten Mittwoch, also am 21. September, in Berlin statt. Dort besteht die Gelegenheit, das Thema Schöne Orte weiter zu vertiefen, aber auch, seine eigenen Visionen vorzustellen und sich bei der Verwirklichung unterstützen zu lassen.

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