Mehr Innovation durch Zusammenarbeit – kreative Impulse für die Wirtschaft

  • Wie können Ressourcen aus der Kultur- und Kreativwirtschaft in den klassischen Innovationsprozess einbezogen werden?
  • Wie sieht Innovation in der Kultur- und Kreativwirtschaft aus?
  • Sind die Methoden der Kultur- und Kreativwirtschaft für Unternehmen anderer Branchen umsetzbar?

Diese und weitere Fragen standen am 25. Mai bei der Veranstaltung  „Im Fokus: Innovation und Kultur- und Kreativwirtschaft“ im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie in Berlin auf der Agenda, zu der die Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft der Bundesregierung Vertreter aus den entsprechenden Wirtschaftsbereichen, der öffentlichen Hand sowie verschiedener Förderinstitutionen geladen hatte.

In den Nachmittagsworkshops ging es vor allem um die Frage, wie man die beiden Interessengruppen – der „jungen Kreativen“ auf der einen Seite und der traditionellen Wirtschaftsunternehmen auf der anderen Seite – besser zusammenbringen kann, so dass die Wirtschaft von neuen kreativen Impulsen profitiert und sich die Kreativen neue Geschäfts- und Kooperationsmöglichkeiten erschließen können. Und dass aus einer engeren Zusammenarbeit beider Seiten letztlich (noch mehr) Innovation entsteht.

Hier einige Statements aus der Diskussion:

  • Bei den Förderprogrammen kommt es vor allem darauf an, die Förderkriterien sinnvoll zu gestalten und die Kreativen bei der Suche nach den passenden Programmen zu unterstützen.
  • Geld zur Verfügung zu stellen ist nur EINE mögliche Maßnahme zur Förderung innovativer Projekte. Mindestens ebenso wichtig ist eine gute Informationspolitik, um die Unternehmen über vorhandene Innovativ-Projekte zu informieren und die Key Player zu einem bestimmten Thema jeweils an einen Tisch zu bringen.
  • Um dies zu ermöglichen sollte eine Plattform zur Vernetzung beider Seiten geschaffen werden, zum Beispiel über entsprechende Netzwerk-Veranstaltungen wie diese, an denen möglichst gleich viele Vertreter beider Seiten teilnehmen, und/oder durch eine (begleitende) Online-Plattform.

Offen geblieben ist die Frage, wie es gelingen kann, die traditionellen Wirtschaftsunternehmen für neue Impulse aus der jungen Kreativszene zu begeistern, so dass sie bereit sind, stärker in kooperative Innovationsprojekte zu investieren und Kreative mit einzubinden.

Ein tolles Beispiel dafür, wie sich Offenheit für neue Ideen für Wirtschaftsunternehmen auszahlt, sind die Produktinnovationen der Firma Schletter GmbH aus Kirchdorf/Haag bei München, vorgestellt von der Industrie- und Grafikdesignerin Stefanie Duschl, die als Kreative im Unternehmen arbeitet. Überraschend und einprägsam waren auch die Beispiele von Kristin Wießling, wie sich Papierfalttechniken des Origami für Anwendungen in der Industrie einsetzen lassen.

Solche Beispiele sprechen für sch. Nun stellt sich die Frage, wie es gelingen kann, dass andere Wirtschaftsunternehmen davon erfahren und die Innovationen sowie die Menschen dahinter persönlich kennenlernen.  Die Herausforderung besteht darin, Unternehmen über die Themen und Projekte der Kreativwirtschaft dergestalt zu informieren, dass sie den Nutzen einer Zusammenarbeit erkennen und die angebotenen Plattformen nutzen, um mit den Kreativen ins Gespräch zu kommen.

Meine Vorschläge dazu:

  • Die positiven Impulse vom 25. Mai aufgreifen und den Dialog mit den Teilnehmern im Rahmen weiterer Veranstaltungen sowie ggf. online fortsetzen, zum Beispiel auf echo.to.
  • Bei zukünftigen Veranstaltung sicherstellen, dass mehr Vertreter aus traditionellen Wirtschaftsbranchen teilnehmen, zum Beispiel indem im Vorfeld konkrete Themen wie eMobility oder Smarter Cities vorgegeben werden, die die Unternehmen anlocken, und indem man die bisherigen Teilnehmer auffordert, je zwei Vertreter aus der Wirtschaft zu der nächsten Veranstaltung mitzubringen.
  • Neue und interaktive Eventformate wie Open Space, World Café, Barcamp sowie Methoden wie Design Thinking nutzen, um in Kleingruppen intensiv gemeinsam und interdisziplinär an den Themen zu arbeiten. Auf diese Weise kann man zum Ende der Veranstaltung bereits konkrete Projektideen und Prototypen im Plenum präsentieren und die nächsten Schritte in der Zusammenarbeit festlegen.
  • Bewährt haben sich auch Innovationsansätze, bei denen Kunden in den Produktentwicklungsprozess einbezogen werden. Die Firma Zephram beschreitet diesen Weg und nutzt dazu den Ansatz des Idea Engineering.

Vielen Dank an die Organisatoren für diese inspirierende Veranstaltung! Ich bin gespannt, wie es weitergeht und würde mich freuen, in Zukunft wieder mit dabei zu sein – und vielleicht sogar einige innovative Ansätze aktiv mitzugestalten.

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